Veröffentlicht von Doris Hüls am Fr., 22. Jan. 2016 11:43 Uhr

Im Januar 2015 wurde Nordhorn anlässlich des Neujahrsempfanges des Bürgermeisters mit dem Titel „Fairtrade-Stadt“ ausgezeichnet. Vorausgegangen war dieser Verleihung eine lange Phase der Vorbereitung. Bereits im Juli 2012 regten „Bündnis 90 - Die Grünen“ an, für die Stadt Nordhorn den Titel „Faitrade-Stadt“ anzustreben. Ende November des gleichen Jahres gab es im Verwaltungsausschuss einen befürwortenden Beschluss.

Um die Aktivitäten konzentriert auf den Weg zu bringen, wurde gleichzeitig die Bildung einer Steuerungsgruppe vorgeschlagen. Nach weiteren Planungsschritten fand dann im Juni eine Auftaktveranstaltung in den Räumlichkeiten der Volkshochschule statt. Nach den Grußworten des Bürgermeisters und einer wegweisenden Einführung durch den Referenten Hendrik Meisel, Ehrenbotschafter der Organisation „Fairtrade“, wurde die Steuerungsgruppe ins Leben gerufen. Gleich nach den Sommerferien nahm die Gruppe ihre Arbeit auf. So musste vor der Verleihung des Titels „Fairtrade-Stadt“ gewährleistet sein, dass sich eine Mindestzahl von Geschäften, Gastronomiebetrieben und öffentlichen Einrichtungen in einer besonderen Form aktiv an der Initiative beteiligen. Bereits im November erhielt die Stadt die Zusage, dass die Bewerbung von der Prüfungskommission anerkannt wird. Die Zertifizierung wird den Kommunen gegenüber jeweils für zwei Jahre ausgesprochen, dann überprüft und gegebenenfalls neu vergeben.

Die Organisation TransFair e.V. verleiht den Titel „Fairtrade-Stadt“ an Städte, die sich der lokalen Verbreitung von Fairtrade-Produkten verschreiben. Nordhorn bekennt sich damit zu den Fairtrade-Grundsätzen wie soziale Gerechtigkeit sowie fairer Ökonomie und Ökologie. Die Stadt übernimmt Verantwortung und geht mit gutem Beispiel voran. Über 1500 Fairtrade-Städte gibt es bereits weltweit - 390 immerhin in Deutschland. All dies sind Städte, die ein konkretes Zeichen für eine gerechtere Welt setzen. Sie tragen dazu bei, dass der faire Handel bekannter wird und Produzenten in Lateinamerika, Afrika und Asien bessere Preise für ihre Produkte erhalten und so mit ihren Familien ein menschenwürdiges Leben führen können. Preise werden so gestaltet, dass Produzentinnen und Produzenten in Entwicklungsländern von ihrer Arbeit angemessen leben können. Kinderarbeit ist verboten und es müssen strenge Kriterien für Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden.

Die lokale Steuerungsgruppe unterstützt die Fair Trade Bewegung in unserer Kommune, initiiert und koordiniert die weitere Entwicklung als Fairtrade-Stadt. Sie besteht aktuell aus 11 Mitgliedern – auch die lutherischen Kirchengemeinden sind dabei und unterstützen das Projekt. In der Stadt Nordhorn kann die Gruppe auf ein breites Netzwerk zurückgreifen, sie arbeitet mit der Stadtverwaltung, den Kirchengemeinden, Schulen und Vereinen, Gastronomiebetrieben und Groß- und Einzelhändlern zusammen, alles Organisationen und Unternehmen, die damit Fairness im Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und soziale Gerechtigkeit aktiv fördern. Seit der Siegelübergabe geht es in der Steuerungsgruppe darum, sich nicht mit dem Erhalt des Zertifikats zufrieden zu geben. Vielmehr müssen weitere Ziele angegangen werden. So wurde bereits ein Flyer erstellt um auf die bereits mitmachenden Unterstützer in Nordhorn aufmerksam zu machen. Gleichzeitig sollen über das Bekanntmachen weitere Firmen und Organisatoren zum Mitmachen angeregt und beworben werden.

Viele Bürger leisten durch den Kauf der mit den Fair Trade Emblem gekennzeichneten Produkte bereits einen wichtigen Beitrag um Produzenten aus den so genannten Entwicklungsländern zu unterstützen. Übrigens gibt es ganz neu an vielen Verkaufsstellen die Stadtschokolade „Nordhorn fairzückt“ zu kaufen - fair gehandelt und in BIO-Qualität. Die individuelle Banderole mit Nordhorner Motiven wurde vom Weltladen Nordhorn e.V. in Auftrag gegeben.

von Jutta Rieks

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