Veröffentlicht von Doris Hüls am Fr., 18. Mär. 2016 11:05 Uhr

Bis zur Reformation waren Schulen weitgehend in der Hand der Kirche und da wiederum in den Klöstern angesiedelt. In der Reformation wurde das gesellschaftliche und geistliche Primat der Kirche infrage gestellt - mit dem Ergebnis, dass viele Klöster aufgelöst wurden und damit auch die entsprechenden Schulen. Da die „Pfründe“ dadurch wegfielen, fehlte auch die Grundlage für die Bezahlung der Lehrer und Professoren.

Luther hat diese Aushöhlung des Bildungswesens früh erkannt und in seiner Schrift „An die Ratsherren aller Städte deutschen Landes, dass sie christliche Schulen aufrichten und halten sollen“ schon 1524 thematisiert:

„Darum will´s hier dem Rat und der Obrigkeit gebühren, die allergrößte Sorge und Fleiß aufs junge Volk zu haben. [...] Weil denn eine Stadt soll und muss Leute haben, und allenthalben deren größtes Gebrechen, Mangel und Klage ist, dass es an Leuten fehle, so muss man nicht harren, bis sie selber wachsen. [...] Darum müssen wir dazu tun und Mühe und Kosten daran wenden, sie selbst erziehen und machen.“

Wenn es auch Luther vorrangig darum ging, Verkündiger des Evangeliums zu rekrutieren („Wo kriegt Gott die Leute her zu seinem geistlichen Amt?“), so hat er doch gewusst, dass die „gelehrte Bildung der Kinder“ notwendig ist. So sollten die „Untertanen“ notfalls auch mit Zwang dazu bringen, ihre Kinder in die „gelehrte Schule“ zu schicken.

So ist das ja bis heute geblieben.

Luthers Kollege Melanchthon hat in seiner Antrittsrede in Wittenberg (über die Verbesserung des Jugendunterrichts) schon recht früh deutlich gemacht, dass ihm pädagogische Fragen sehr wichtig waren. Einige sind bis heute aktuell (nicht zu viel Lernstoff, dafür Gründlichkeit; Aufteilung der Schüler nach Alter und Wissen). Außerdem gründete er Schulen, kümmerte sich um den Ausbau des Schulwesens, so dass er schon zu Lebzeiten „Lehrer Deutschlands“ genannt wurde.

von Hartmut Schwartz

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