Veröffentlicht von Doris Hüls am Do., 25. Aug. 2016 09:24 Uhr
Ich erinnere mich an lange Diskussionen in den Seminaren über feministische Theologie. Die Frage war: Dürfen auch Männer an diesen Veranstaltungen teilnehmen oder brauchen Frauen einen eigenen Raum, um sich mit der biblischen Überlieferung auseinanderzusetzen? Das war in den 90iger Jahren an der theologischen Fakultät in Marburg.

Heute ist das längst nicht mehr so. Die sogenannte „Feministische Theologie“, also eine Theologie unter besonderer Berücksichtigung der Frauenperspektive, ist inzwischen für die Bibelauslegung und die Predigt selbstverständlich, was sich nicht nur in Frauengottesdiensten und bei Weltgebetstagen äußert. Die Auseinandersetzung mit den weiblichen Gottesbildern und das Hervorheben von Frauen und ihren befreienden Erlebnissen - sei es im Alten Testament, sei es in den Evangelien - kann neue Zugänge zu Gott und dem Glauben schaffen.

Zudem arbeitet Feministische Auslegung mit der Annahme, dass die Bibel zeitbedingt unter einem explizit männlichen Blickwinkel geschrieben worden ist. Sie ist ökumenisch und an den Universitäten fest verankert. Man kann sogar einen Fernkurs Feministische Theologie belegen.

von Christa Olearius
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