Veröffentlicht von Doris Hüls am Do., 25. Aug. 2016 09:36 Uhr

In den lutherischen Gemeinden gibt es zur Zeit 17 Frauen mit dem Vornamen Lydia. Eine von Ihnen ist Lydia Lambers. mit ihr (LL) sprach Gisela Ridder (GR).

GR: Frau Lambers, Sie durften in diesem Jahr Ihren 90. Geburtstag feiern. Haben Sie Ihren Vornamen im Laufe der Jahre gern getragen? Er ist ja nicht gerade alltäglich.

LL: Ich bin mit meinem Vornamen immer zufrieden gewesen. Schon frühzeitig machte mich mein Patenonkel da­rauf aufmerksam, dass es in der Bibel eine Frau mit gleichem Namen gibt, die Purpurhändlerin Lydia in Thyatira.

GR: Sie gilt historisch als die erste Christin auf europäischem Boden. Das kann man nachlesen in der Apostelgeschichte 16 in den Versen 14 und 15. War die Lydia aus der Bibel für Sie ein Vorbild?

LL: Ich habe die Geschichte oft gehört und gelesen. Mich hat immer beeindruckt, dass sie den Mut hatte, sich, ihre Familienangehörigen und Mitarbeiter vom Apostel Paulus taufen zu lassen und die Frohe Botschaft weiterzusagen. Der Wunsch meiner Eltern und besonders meines Patenonkels war, dass Gott auch mir das Herz öffnet.

GR: Auch wenn Sie keine Purpurhändlerin im 1. Jahrhundert nach Christus waren, sind Sie im Laufe Ihres Lebens mit vielen Menschen zusammen gekommen!

LL: Ja, seit meiner Kindheit und Jugend in Ostpreußen bin ich der Christlichen Gemeinschaft und dem Blauen Kreuz eng verbunden. Im Laufe der Jahre wurde es mir immer wichtiger, von meinem Glauben zu sprechen. Dazu hatte ich Gelegenheit, weil ich auch für meine Kirchengemeinde ehrenamtlich verschiedene Dienste übernehmen konnte, bei denen ich Kontakt zu Menschen hatte.

GR: Die historische Lydia wird in der orthodoxen und in der katholischen Kirche als Heilige verehrt. In der evangelischen Kirche gilt sie als denkwürdige Glaubenszeugin.

LL: Das finde ich gut. Sie hat auch meinen Lebensweg begleitet.

GR: Frau Lambers, vielen Dank für dieses Gespräch!

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