Veröffentlicht von Doris Hüls am Di., 28. Nov. 2017 17:50 Uhr

Die meisten von uns können mit Weihnachten noch etwas anfangen. Wir verbinden etwas mit dem 24. Dezember und besondere Kindheitserinnerungen sind uns plastisch vor Augen, wenn wir das Fest am Heiligen Abend erleben. In vielen Familien wird auch heute immer noch gesungen. Auch bei uns zu Hause spielt die Tochter eine Strophe auf dem Klavier und keiner bekommt Kartoffelsalat und Würstchen, wenn nicht zuvor gesungen wird.

Die meisten Lieder in unserem Gesangbuch sind Jahrhunderte alt und „Stille Nacht, heilige Nacht” spaltet die Gemüter spätestens dann, wenn vom holden Knaben mit lockigem Haar die Rede ist.

Martin Luther begann 1523 damit, Psalmen in deutsche Lieder zu übertragen und ihm war es ein Anliegen, Lieder für das einfache Volk zu schreiben. Durch das Kirchenlied wollte er Schwung in das Evangelium bringen.

Vier Weihnachtslieder sind uns vom Reformator überliefert und eines davon ist das Lied 24 im Evangelischen Gesangbuch „Vom Himmel hoch, da komm ich her” aus dem Jahr 1535. Auch im römisch-katholischen Gotteslob sind unter der Nummer 237 sieben Strophen des Liedes zum Singen abgedruckt.

Dieses Lied war zunächst vor allem für Kinder gedacht, denn es ist der Verkündigungsengel, der die „gute neue Mär”, also die frohe Botschaft von der Menschwerdung Gottes in Jesus Christus, übermittelt. Ursprünglich ist dieses Lied ein „Zeitungslied“, denn es wurde zunächst auf die Melodie eines Erzählliedes gesungen. So wurden zu Luthers Zeiten Neuigkeiten übermittelt und den Sängern war es aufgetragen, ihre Botschaft möglichst spannend und einprägsam zu vermitteln.

In keinem Gottesdienst und auch nicht zu Hause habe ich bisher alle 15 Strophen von „Vom Himmel hoch” gesungen. In diesem Jahr will ich es einmal versuchen, denn das Lied nimmt hinein in die weihnachtliche Dynamik. Von der Verkündigung über den Gang zur Krippe bis hin zur Anbetung des Kindes trägt die weihnachtliche Botschaft und setzt sich so in meinem Leben fest. „Lob, Ehr sei Gott im höchsten Thron, der uns schenkt seinen ein’gen Sohn. Des freuet sich der Engel Schar und singet uns solch neues Jahr.” Der Wunsch der Engel, nämlich dass wir die Botschaft der Menschwerdung Gottes fröhlich aufnehmen und von Herzen glauben, möge uns auch im Jahr 2018 zum Segen gereichen.

von Thomas Kersten

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