Veröffentlicht von Doris Hüls am Di., 28. Nov. 2017 18:35 Uhr

Ohne sie ginge an Weihnachten in unseren Kirchen gar nichts. Und doch stehen sie oft nicht so sehr im Fokus - unsere Küsterinnen. Genau deshalb hat Simon de Vries mit zweien von ihnen gesprochen: Ute Sawitzki (US) aus der Kreuzkirche und Simone Schneuing (SS) aus der Christuskirche.

Weihnachten rückt immer näher. Wie ist das für Euch - löst der Gedanke eher Stress oder Vorfreude aus?

US: Ehrlich gesagt schon eher Stress. Wir müssen da wirklich an tausend Sachen denken. Dies und das musst du noch besorgen. Und dann geht es immer ganz schnell.  Weihnachten beginnt eigentlich für mich dann erst mit dem ersten Weihnachtstag.

Welche Arbeiten stehen denn konkret an für Euch in der Adventszeit?

SS: Zuerst einmal der Adventskranz. Dann gibt es die Senioren-Adventsfeiern. Der Baum muss besorgt werden und dann aufgestellt. Und die Krippe aufgebaut.

US: Im Advent gibt es auch oft noch einmal viele Schulgottesdienste und Konzerte, die hinzukommen.

Wie ist das eigentlich mit den Bäumen? Wo kommen die her?

SS: Bis zum letzten Jahr haben wir in der Regel Bäume von Privatpersonen gespendet bekommen. Das war allerdings mit einem ganz enormen Aufwand verbunden - die Bäume zu fällen und zur Kirche zu transportieren. Von diesem Jahr an bekommen wir ihn vom Förster am Kloster, von dem auch die Kreuzkirche schon lange ihre Bäume bekommt.

Und das Aufstellen, das ist ja bestimmt auch nicht immer leicht?

US: Das stimmt. Unsere Bäume sind immer so vier Meter hoch oder noch etwas höher. Ich mache das dann immer mit meinem Mann zusammen. Das ist irgendwie einer  
der schönsten Momente um Weihnachten herum. Wenn der Baum dann steht. Es ist anstrengend, aber auch ein echtes Highlight. Wir nehmen uns immer ein Stück Stollen mit.

SS: Wir hatten einmal einen Baum, der war neun Meter hoch. Das waren dann wirklich auch nur noch wenige Zentimeter bis zur Decke. Und unsere Bäume, die kann man wirklich nur im Team aufstellen. Das geht gar nicht anders. Bei diesem einen großen Exemplar, da haben wir dich doch dann auch noch angerufen, das du mithilfst, weil wir es nicht geschafft haben.

Ja, stimmt, ich erinnere mich an dieses Prachtexemplar.

US: Macht ihr dann eigentlich die Lichter schon vorher an den Baum?

SS: Ja, genau. Da kommt man sonst ja später nicht mehr dran. Und dann schmücken wir natürlich und montieren die anderen Lichterketten und der schönste Moment für mich ist dann immer, wenn wir das Licht ausmachen und dann der Baum in der Kirche erstrahlt.

Habt ihr sonst noch Lieblingsmomente rund um die Weihnachtstage?

SS: Eine Gänsehaut bekomme ich immer, wenn am Ende des 18-Uhr-Gottesdiensts das Licht ausgeschaltet wird und nur noch die Lichter am Baum leuchten und die Kerzen in den Händen der Gottesdienstbesucher und alle singen „Oh du fröhliche“. Das ist ein ganz besonderer Moment.

US: Jetzt mit unserer neuen Lichtanlage und der Steuerung über das iPad bekomme ich das ja auch endlich mit. Früher musste ich immer raus aus der Kirche an den Sicherungskasten, um dann im richtigen Moment den Lichtschalter zu betätigen.

Hast du auch ein Lieblings-Weihnachtslied, Ute?

US: „Stille Nacht, heilige Nacht“ - das finde ich sehr schön.

Nicht so schön ist ja vielleicht, dass ihr gerade an Weihnachten, wenn alle anderen frei haben, so viel arbeiten müsst, oder? Wie ist das denn für Euch und Eure Familien?

SS: Naja, die Kinder sind ja irgendwie damit aufgewachsen und damit haben wir uns arrangiert. Als sie kleiner waren und noch beim Krippenspiel mitgemacht haben, da waren wir nachmittags alle zusammen im Gottesdienst und anschließend ist mein Mann mit den Kindern schon mal rübergegangen. Und dann spätestens um 22 Uhr musste ich ja für den Spätgottesdienst wieder da sein. Aber der Vormittag am Heiligabend, der war immer für uns als Familie frei.

Findet ihr es eigentlich wichtig, dass man als Küsterin auch Christin ist?

US: Ja, das finde ich schon wichtig. Wir begleiten ja die Gottesdienste und sind auch ein Teil von ihnen.

SS: Das geht mir auch so. Wir leben das ja, das ist nicht nur ein Job für mich.

Ich habe noch einmal nachgeguckt: Das Wort „Küster“ stammt ja von dem Lateinischen „custos“, was „Wächter“ bedeutet. Müsst ihr auch etwas bewachen?

US: Naja, so ein wenig aufpassen müssen wir schon, ja. Auf die Kirche und das Inventar. Aber auch, dass alles gut läuft.

Stellt Euch mal vor, Ihr hättet zu Weihnachten einen Wunsch frei für unsere Kirchengemeinde, was würdet Ihr Euch wünschen?

US: Ich wünsche mir einfach, dass sich die Leute wohlfühlen, wenn sie zu uns in die Kirche kommen.

SS: Das geht mir auch so. Ein freundliches Miteinander unter uns Mitarbeitenden und auch im Gottesdienst - das ist mein Wunsch.

Vielen Dank für das interessante Gespräch!

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