Veröffentlicht von Doris Hüls am Di., 27. Mär. 2018 18:48 Uhr

Die Landeskirche Hannover


Bereits im Jahr 2007 hat sich das Kirchenparlament der Hannoverschen Landeskirche mit dem Klimawandel befasst. Die Landessynode bekundet, dass Kirche im Rahmen ihrer Möglichkeiten zum Klimaschutz verpflichtet ist - aus Gründen der Gerechtigkeit gegenüber den Menschen, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, und aus Gründen der Achtung vor dem Schöpfer und dem Geschenk der Schöpfung. In der Folge wird insbesondere das kirchliche Umweltmanagementsystem „Der Grüne Hahn“ propagiert, um u.a. mit Energieeinsparungen auf Kirchengemeindeebene einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Mit Hilfe des Bundesumweltministeriums lässt das Landeskirchenamt dann bis 2012 ein Klimaschutzkonzept erstellen. Dank weiterer Förderungen des Bundes und flankierender Beschlüsse der Landessynode beschließt das Landeskirchenamt, die Vorschläge des Klimaschutzkonzeptes umzusetzen. Auch die Synode der Evangelischen Kirchen in Deutschland (EKD) formuliert im November 2014 in einer Aufforderung an die Landeskirchen, die
•    Anstrengungen zur Reduzierung der CO2-Emissionen konsequent fortzusetzen und gemessen am Basisjahr 2005 bis zum Jahr 2020 eine Verringerung um 40% anzustreben,
•    Klimaschutzkonzepte zügig umzusetzen,
•    unvermeidbaren CO2-Freisetzungen durch die Nutzung der „Klima-Kollekte“ zu kompensieren.

Insbesondere bemüht sich die Landeskirche aufgrund von Beschlüssen der Landessynode von 2015 zur Reduzierung der Klima-relevanten Abgase im Gebäudebereich, die Kirchengemeinden zur Etablierung eines Energiemanagements zu bewegen. Bis zum Jahr 2030 sollen u.a. die CO2-Emissionen um 30% (verglichen mit 2015) reduziert werden.  Auch durch Verhaltensmaßnahmen im  Beschaffungswesen sollen für den Klimaschutz Zeichen gesetzt werden. Technische, ökologische, faire und soziale Mindeststandards sind für den Kauf von Produkten und die Inanspruchnahme von Dienstleistungen einzuhalten. Und bei der Mobilität ist durch die Reduktion des Energieverbrauchs oder durch die eingesetzte Energieform (z.B. Elektromobilität, Dienstfahrradnutzung) ein deutlicher Teil der CO2-Emissionen zu verringern. Weitere Einsparmöglichkeiten ergeben sich im Bereich des verpachteten Kirchenlandes durch eine extensivere Bewirtschaftung. Das Thema Klimaschutz und Schöpfungsbewahrung ist verstärkt in den Fokus der kirchlichen Arbeit zu rücken.

Unsere Kirche hier vor Ort

Die großen Ziele, die sich unsere Landeskirche und die Evangelische Kirche in Deutschland zum Schutz des Klimas gesetzt haben, verpuffen, wenn sie nicht auch in unseren Kirchengemeinden umgesetzt werden. Aber es braucht seine Zeit, bis die vielen Handlungsvorschläge bei uns auch fruchten. Immerhin hat sich 2009 in der damaligen Kreuz-Kirchengemeinde eine „Grüne-Hahn-Initiative“ gegründet, die dazu beigetragen hat, dass heute die Christus-und-Kreuz-Kirchengemeinde ein Umweltmanagementsystem betreibt. Durch ein vom Kirchenvorstand beschlossenes Programm werden innerhalb von Vier-Jahres-Zyklen Umweltschutzmaßnahmen vorangetrieben, die danach durch ein externes Prüfverfahren begutachtet werden. Die jüngste Überprüfung liegt ein Jahr zurück. Ein wesentlicher Bestandteil der Maßnahmen betrifft die stetige Reduzierung des Energieverbrauchs auf Gemeindeebene und damit eine Verringerung unseres CO2-Ausstoßes.

Zurzeit erarbeitet die Grüne-Hahn-Gruppe eine Beschaffungsordnung für die Christus-und-Kreuz-Kirchengemeinde mit dem Klimaschutz als einer wesentlichen Antriebsquelle. Darin formulierte Mindeststandards an Produkte und Dienstleistungen helfen weiter, den durch die Kirchenarbeit verursachten CO2-Ausstoß zu verkleinern. In der Martin-Luther-Gemeinde wird durch die Beteiligung am Energiemanagementsystem des Kirchenkreises auch an der Verringerung des Energieverbrauchs gearbeitet.
Auf Kirchenkreisebene wurde jüngst beschlossen, dass für alle Fahrten im Rahmen der Kirchenkreis-Arbeit Kompensationsgelder aus einem Kirchenkreisfond an die „Klima-Kollekte“ (siehe Seite 8) gezahlt werden. So soll der CO2-Ausstoß, der beispielsweise durch Freizeitfahrten der Jugendlichen und Dienstfahrten der MitarbeiterInnen verursacht wird, klimaneutral ausgeglichen werden.

von Ulrich Meyer-Spethmann


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