Veröffentlicht von Simon de Vries am Do., 7. Mai. 2020 20:34 Uhr

In den kommenden Wochen werden wir erste vorsichtige Schritte auf dem Weg zu einer Wieder-Öffnung der Kirchen und einem Neustart mit veränderten Gottesdienste gemeinsam in unseren Gemeinden machen.


Öffnung der Kirchen ab dem 11. Mai

Vom 11. Mai an stehen die Christuskirche (9-18 Uhr) und die Kreuzkirche (zu den Öffnungszeiten des Gemeindebüros) einzelnen Besucherinnen und Besuchern zum Gebet offen. In der Woche vom 11.-15. Mai sind zudem Bilder einer Foto-Aktion zu Ostern in der Kreuzkirche zu sehen. Mehr als 500 Menschen aus Nordhorn und darüber hinaus hatten Fotos von sich geschickt, die so Teil des Gottesdienstes am Ostersonntag wurden.


Tägliches Abendgebet ab dem 11. Mai

Das tägliche Abendgebet in der Christuskirche Simon de Vries hat in den letzten Tagen mit verschiedenen Gemeindegliedern gesprochen. Er berichtet: „Ich habe von über 80-jährigen gehört, die das Abendgebet von ihrem Sofa aus mit dem Laptop an jedem Abend mitfeiern. Sie haben Sorge, schon jetzt in die Kirche zu kommen und fühlen sich auch so mit allen verbunden. Andere freuen sich darauf, in der nächsten Woche auch physisch wieder dabei zu sein.“ Während am Abendgebet in der Zeit vor den Corona-Einschränkungen 3-8 Teilnehmerinnen und Teilnehmer täglich dabei waren, ist die Zahl über den Live-Stream auf ca. 100 Personen täglich gestiegen.

Gottesdienste ab 17. Mai

Die ersten öffentlichen Gottesdienste werden in der Christuskirche (10 Uhr), der Kreuzkirche (18 Uhr) und der Martin-Luther-Kirche (10.30 Uhr) im üblichen Rhythmus der Gottesdienstzeiten vom 17. Mai an wieder stattfinden. Eine Anmeldung für die Gottesdienste ist nicht nötig. Sollten die begrenzten Plätze in der Kirche nicht ausreichen, wird das Gottesdienstangebot in den kommenden Wochen sukzessive ausgeweitet. Falls Gottesdienstbesucher am 17. Mai keinen Platz bekommen sollten, haben die Kirchengemeinden eine kleine Überraschung für sie parat. Die Plätze, die in der Kirche eingenommen werden können, sind markiert. Ein Mundschutz ist zu tragen – in den Kirchen sind auch welche vorrätig. In Zukunft soll ein Gottesdienst am Sonntag auch als Livestream für Menschen übertragen werden, die nicht in eine Kirche kommen können und trotzdem am Gottesdienst teilnehmen wollen. Auch mit Pflegeheimen möchten die Gemeinden hierbei kooperieren. Pastorin Henrike Lüers betont: „Wir möchten nicht von den Dingen her denken, die zurzeit nicht möglich sind. Stattdessen ergeben sich neue Möglichkeiten, wie wir in schöner Weise gemeinsam Gottesdienst feiern können.“ So soll jeweils eine Viertelstunde vor und nach dem etwa halbstündigen Gottesdienst Instrumentalmusik zu hören sein.


Taufen

Taufen können noch nicht im regulären Gottesdienst, aber im Kreis der Familien wieder durchgeführt werden. Allerdings gelten hier dieselben Regeln wir für Gottesdienste (Abstandsgebot, Mundschutzpflicht auch am Taufstein, kein Singen). Pastor Thomas Kersten berichtet: „Manche Tauffamilien entscheiden sich für diese Option und freuen sich, dass Taufen wieder möglich sind. Andere entscheiden sich für eine Verschiebung der Taufe auf einen späteren Zeitpunkt. Beides sind gute Möglichkeiten.“


Die lutherischen Kirchengemeinden versuchen mit diesen Regelungen den Spagat zwischen einer vorsichtigen Öffnung und einem Entgegenkommen gegenüber den Gemeindegliedern, denen der Besuch der Kirchen wichtig ist. Gleichzeitig sollen in den letzten Wochen neu entwickelte Formate weitergeführt werden. „Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten eine Gemeinde von Menschen sein, die sich in den Kirchen trifft oder zu Hause bleibt; die analog verbunden sind oder digital“, betont Pastor Holger Schmitd. Bei allen Maßnahmen ist der Schutz von Risikogruppen weiterhin wichtiges Kriterium. Die lutherischen Kirchengemeinden verstehen ihren Verzicht auf viele Veranstaltungen weiterhin auch als ein Zeichen für die Gesellschaft insgesamt und einen Akt der Nächstenliebe.  

Kategorien Gemeindeleben