Veröffentlicht von Doris Hüls am Fr., 21. Aug. 2020 10:36 Uhr

Die Christus- und die Martin-Luther-Kindertagesstätte bekamen neue Leiterinnen. Jürgen Reichle (REI) vom Kirchenvorstand der Martin-Luther-Kirchengemeinde stellt die beiden Leiterinnen vor, Kathrin Umbach (UMB) in der Christus-KiTa und Stephanie Hungeling (HUN) in der Martin-Luther KiTa.

REI: Liebe Frau Hungeling, liebe Frau Umbach, zuerst möchte ich Ihnen anlässlich Ihrer Berufung zur Leiterin der Martin-Luther- bzw. der Christus-KiTa gratulieren. Bevor ich Sie bitte, sich vorzustellen, möchte ich Ihnen eine Frage stellen. Unser Magazin „Die Brücke“ hat Religionen zum Thema, bewusst im Plural formuliert. Ich gehe davon aus, dass dies für Sie auch ein wichtiges Thema in der Kita ist. Können Sie spontan etwas dazu sagen?

UMB: Religion ist natürlich ein wichtiges Thema für mich. Die religionspädagogische Arbeit liegt mir sehr am Herzen. Glauben findet jeden Tag statt, im täglichen Gebet, im täglichen Miteinander, in christlichen Bräuchen im Jahresverlauf. Bei den dabei entstehenden Fragen der Kinder kann man ihnen Glauben sichtbar machen. Religionspädagogische Angebote/Gottesdienste sollten für die Kinder (be-)greifbar sein. Ich finde immer ganz schön, wenn Kinder mitmachen, die Geschichte mitgestalten, sie nicht nur zuhören, sondern mit und in der Geschichte/im Thema leben. Die Neugier auf geistige/geistliche Themen steckt in den Kindern drin, diese zu erhalten und zu fördern mag ich gerne.

HUN: Erst einmal vielen Dank für das bereits zugesprochene Vertrauen aus der Gemeinde. Ich freue mich sehr auf diese neue Herausforderung. In der Martin-Luther-KiTa ist Religion und sind Religionen immer ein Thema. Es begleitet uns alle in dem täglichen Miteinander. In unserer KiTa haben wir die unterschiedlichsten Kulturen und Religionen in einem Haus vereint. Wir sehen dies immer als Bereicherung in unserer Arbeit. Besondere Erlebnisse waren für mich die letzten Laternenfeste, bei denen sich nahezu alle Familien bei uns in der Kirche getroffen, gemeinsam gesungen und dann den Umzug gefeiert haben.

REI: Was haben Sie sich für die Einarbeitungsphase vorgenommen?

UMB: Für die Einarbeitung habe ich mir vorgenommen, ganz viel zu lernen. Als erstes natürlich möchte ich die Menschen kennenlernen, mit denen ich täglich zu tun habe. „Der Wunder viele“, so heißt es in der Konzeption der Christus-KiTa. Ich möchte täglich Wundern begegnen und mich an diesen erfreuen. Dazu gehören die KollegInnen, Kinder, Eltern und die Gemeinde. Ich möchte mich mit den Abläufen der KiTa vertraut machen, mich dort einfinden und einbringen. Und ich bin natürlich neugierig darauf, alle MitarbeiterInnen besser kennenzulernen und im Alltag zu erleben.

HUN: In der Einarbeitung steht schon so einiges an. Für das Team und mich gilt es, einen guten Blick auf die Bedürfnisse der Kinder und Familien zu haben, und auch die aktuellen Entwicklungen und Anforderungen der Corona- Krise im Blick zu haben. Wie Sie alle wissen, fordert diese Zeit allen Beteiligten viel ab. Die neuen Familien gewöhnen ihre Kinder bei uns ein, da gibt es viele Fragen, es ist aber immer auch eine schöne Zeit.

Zudem werde ich mich tiefer in mein neues Arbeitsfeld einarbeiten müssen, die Büroarbeit stellt andere Aufgaben bereit als die Arbeit am Kind. Diese werde ich aber im Zuge der Sonderöffnungen auch weiter machen können. Das Team wird sich neu finden und einige bauliche Themen stehen an.

REI: Sie haben sicher Überlegungen angestellt, wo Sie in Zukunft Ihre Schwerpunkte, Ihre „Fußabdrücke“ in Ihrer KiTa setzen möchten.

UMB: Ich möchte gerne gemeinsam den Weg gehen, der Weg mag zwar zwischendurch steinig und krumm sein, aber ich möchte den Blick gerne geradeaus halten, weiter gehen, gemeinsam etwas schaffen. Manchmal ist der Weg vielleicht eng, dass man denkt, es geht nicht weiter, manchmal vielleicht geht es geradeaus und der Weg ist breit.

Mein „Fußabdruck“ sollte nicht alleine stehen, sondern da, wo sich mein Abdruck befindet, sind noch mehr. Im Idealfall sind die Abdrücke so gesetzt, dass niemand mehr weiß, wem welcher Abdruck gehört, und dass diese Abdrücke stetig und gemeinsam Etappenziele erreicht haben. Manche Fußabdrücke gehen vielleicht links und rechts vom Weg ab, und neue finden dazu. Das würde ich mir wünschen. Dazu fällt mir ein Lebensmotto von Rolf Zuckowski ein: „Schmale Gassen werden wieder breiter, wenn Du Deinen Blick nach vorne lenkst“!

Zudem ist ein wichtiger Punkt für mich die Partizipation (Teilhabe). Ich finde es wichtig und gut, dass Kinder ihren Alltag und ihren Kindergarten mitgestalten, und dass Partizipation auch bei U3-Kindern funktionieren kann. Ein Kind kann selber entscheiden, mit wem es spielen möchte und wann, was es dazu braucht und was es von den Erwachsenen dazu braucht.

HUN: Mein Wunsch ist es, die Martin-Luther-KiTa so weiter zu führen und zu gestalten, dass sich die Kinder hier wohl fühlen und sich auch zukünftig die Familien gerne für uns entscheiden. Ich denke mit diesem Team kann das gut gelingen.

REI: Warum haben Sie sich gerade in einer Einrichtung des Lutherischen Kirchenkreises Emsland-Bentheim beworben?

UMB: Ich habe mich ganz bewusst in christliche Einrichtungen beworben, weil ich, wie ich oben schon geschrieben habe, die Gemeinschaft und Gemeinde mag und ich das lebe. Der christliche Hintergrund in der Konzeption hat mich angesprochen.

HUN: Ich bin von Haus aus Lutheranerin und, wie schon erwähnt, in meiner Heimatgemeinde Bad Bentheim durchaus immer schon aktiv. Von daher war es damals (2015) ein guter Schritt, mich hier zu bewerben, denn ich habe mich immer sehr angenommen gefühlt. Und auch der Übergang in die Kirchenkreisträgerschaft war ein guter, wichtiger Schritt.

REI: Frau Hungeling, Sie haben ja Einblicke in die religionspädagogische Arbeit, Familiengottesdienste etc. in der KiTa erlebt. Wie stellen Sie sich diese Arbeit in der Zukunft vor?

HUN: Ich habe ja bereits erwähnt, dass die Religionspädagogik durchaus ein Schwerpunkt in unserer Arbeit ist. Ich freue mich z. B. darauf, dass das Angebot des Erzählens von biblischen Geschichten wächst und auch weiterhin von Frau Sommerfeld und Pastor Schmidt gestaltet und begleitet wird. Auch Familiengottesdienste möchten wir gerne wieder gestalten, so es denn möglich ist.

REI: Möchten Sie vielleicht unseren Lesern auch etwas Privates preisgeben, Hobbys z. B.?

UMB: Privat ziehe ich gerade mit meinen beiden Kindern in eine bestehende Familie. Aus zwei Haushalten werden einer, aus: „meine“ Kinder werden „unsere“ Kinder usw., nicht einfach mit vier pubertierenden Kindern. In dem „unser“ steckt viel Arbeit und wir müssen viel Zeit investieren. Aber es lohnt sich, denn das „unser“ bedeutet, dass keiner alleine ist. Wir gemeinsam in der Familie, wir gemeinsam im Glauben, wir gemeinsam mitten im Leben. Das lässt sich auf alles übertragen, die Gemeinde, die Arbeit in der Kita. Gemeinsam sind wir stark! Ich habe über einen Sportverein Mädchen zwischen 7-12 Jahren im orientalischen Tanz unterrichtet. Da ich ein Kölsches Mädchen bin, habe ich natürlich auch den Karneval mit der Muttermilch aufgesogen. Zudem liebe ich Paartanz und freue mich, dass wir da in Nordhorn fündig geworden sind.

HUN: Mein Zuhause ist in Gildehaus, dort habe ich in Haus und Garten immer etwas zu tun. Ich lese, bin in der Natur unterwegs, treffe mich mit Freunden oder bin ehrenamtlich in meiner Gemeinde aktiv.

REI: Für Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit wünsche ich Ihnen Beiden Gottes Segen und eine erfolgreiche Arbeit zusammen mit Ihren MitarbeiterInnen für das Wohl der Ihnen anvertrauten Kinder. Vielen Dank.

Kategorien Kindergärten