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Was mir Maria bedeutet...

Was mir Maria bedeutet...
Veröffentlicht am Mo., 23. Nov. 2020 12:41 Uhr
Themenschwerpunkt

Maria hat mich schon Zeit meines Lebens begleitet, sei es in Liedern und dem Namen meines Kindergartens, meiner Kirchengemeinde und jetzt auch meiner Schule.
Wenn man eine katholische Kirche betritt, dann sieht man Maria allzu oft mit Krone und in königlicher Bekleidung, ein äußeres Zeichen für Marias Leben. In ihrem Leben selbst wird Maria wohl eher nicht so prunkvoll „ausgestattet“ gewesen sein. Oft wird mit Maria Mütterlichkeit verbunden, und sicher war sie das auch. Aber eben nicht nur. Sie ist viel mehr.

Wer war Maria? Im Evangelium hören wir bei Lukas von Maria. Dort wird beschrieben, wie ein Engel sie besucht. In diesem Moment war Maria eine ganz junge Frau, heute würden wir eher sagen, ein junges Mädchen. Sie war etwa 14 Jahre alt. Maria stand an der Schwelle zum Erwachsen-Sein. Und plötzlich steht vor Maria ein Engel. Wie mag sie sich in diesem Moment gefühlt haben? Was wird sie gedacht haben? Erstaunen? Angst? Freude? Und als ob nicht allein der Besuch eines Engels reichen würde, erhält Maria auch noch einen Auftrag: Sie soll Gottes Sohn das Leben schenken.

Maria weiß in diesem Moment sicher, was dieser Auftrag für sie und ihr Leben bedeutet. Sie ist zwar mit Josef verlobt, aber Josef wird natürlich auch klar sein, dass er nicht der Vater des Kindes ist. Welche Konsequenzen wird das für Maria haben? Sie weiß in diesem Augenblick, wie ihre Zukunft sehr wahrscheinlich verlaufen wird: Josef wird sich von ihr trennen, sie wäre allein mit dem Kind. Eine ungewisse Zukunft voller Schwierigkeiten. Maria tut in diesem Moment etwas, was ich persönlich sehr „un-glaub-lich“ finde: Ruhig, schlicht und ergreifend sagt sie nur: „Mir geschehe, wie der Engel es gesagt hat.“ Keine weiteren Fragen, keine Bedenken, kein „Ja, aber…“ Maria nimmt die Aufgabe für sich und ihr Leben an.  

Wie geht es weiter für Maria? Sie zeigt nicht nur in diesem Augenblick bedingungslosen Glauben, sondern an vielen anderen Stellen. Maria zeigt nach ihrem ersten großen Glaubenszeugnis Stärke und Vertrauen, als sie sich schwanger auf den weiten Weg nach Betlehem macht und dann kurze Zeit später mit ihrem neu geborenen Kind vor Herodes flüchten muss. Beides beschwerliche Reisen. Doch Maria vertraut. Bei der Hochzeit in Kana, da ist es Maria, die an ihren Sohn glaubt und ihn bestärkt.

Im grausamen Sterben, unter dem Kreuz, zeigt Maria Stärke und Glauben. Sie ist da. Und das, obwohl diese Begleitung furchtbar und schmerzvoll für sie gewesen sein muss.

Maria ist in alle diesen Momenten ein Vorbild an Mut, Stärke, Vertrauen, Glauben. Und was es bedeuten kann, den Glauben und Auftrag Gottes bedingungslos anzunehmen und zu leben. An keinem Punkt stellt sich Maria in den Vordergrund. Maria hat ihre Berufung angenommen, einfach so.

Angesichts ihres Lebens stellt sich mir die Frage: Inwieweit bin ich bereit, mich als Person absolut und völlig umfassend „hinten an zu stellen“. Allein für den Auftrag, die Aufgabe Gottes zu leben? Maria hat es angenommen und vorgelebt: Für Gott ist nichts unmöglich!

von Barbara Feilmeier, Rektorin der Marienschule