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Hans Hartmann freut sich auf Nordhorn

Hans Hartmann freut sich auf Nordhorn
Veröffentlicht am Mi., 7. Apr. 2021 18:21 Uhr
Gemeindeleben

Die Christus-und-Kreuz-Kirchengemeinde bekommt im Sommer einen neuen Pastor. Simon de Vries hat sich mit seinem neuen Kollegen unterhalten.


Simon de Vries: Hallo Hans, du kommst jetzt bald als Pastor zu uns nach Nordhorn. Aber erzähl doch erstmal, wo du überhaupt herkommst. 

Hans Hartmann: Ich ziehe aus Osnabrück nach Nordhorn, aus dem Stadtteil Eversburg am westlichen Rand der Stadt. Da steht auch die Michaeliskirche. Dort bin ich jetzt seit 2002 Gemeindepastor gewesen. Vorher war ich sechseinhalb Jahre hier in der Gewerblichen Berufsschule. Gebürtig komme ich allerdings aus dem Göttinger Raum. Da bin ich auf dem Dorf aufgewachsen und habe auch in Göttingen studiert, später dann auch noch in Hamburg. Damals habe ich auch das Vikariat mit meiner frisch gegründeten Familie in Hamburg verbracht.

Du kommst aber nicht alleine nach Nordhorn. 

Das stimmt. Ich komme mit meiner Ehefrau Elke Bertke. Sie hat sogar noch vor mir eine Stelle hier in Nordhorn als Dezernentin beim Landkreis Grafschaft Bentheim gefunden und ist nun zufälligerweise die Nachfolgerin von Stefanie Kersten dort. 

Wir mussten erstmal alle lachen, als du uns das erzählt hast, weil das ja wirklich ein witziger Zufall ist. 

Genau. Und für mich war das der Impuls, mich auch in Nordhorn zu bewerben und ich war ganz glücklich, dass hier so eine attraktive Stelle ausgeschrieben war und die Bewerbung jetzt auch geklappt hat. 

Man merkt dir die Vorfreude wirklich schon an. Worauf freust du dich denn besonders? 

Auf jeden Fall auf die Zusammenarbeit im großen Team, mit Henrike Lüers und mit dir und auch mit denen aus dem Team, die ich noch kennenlernen werde. Das ist auch spannend für mich, jetzt in eine größere Gemeinde zu kommen. Die Michaeliskirche hier in Osnabrück hat etwa die Hälfte der Gemeindeglieder der Christus-und-Kreuz-Kirchengemeinde. Die neue Stadt ist kleiner, aber die Kirchengemeinde größer. Und ich freue mich darauf zu schauen: Was möchte ich jetzt gerne noch einmal ausprobieren und umsetzen, ohne dass ich für alles zuständig bin? Ich hoffe, dass wir uns da im Team gegenseitig ergänzen und auch entlasten können. 

Wir freuen uns ja auch schon auf Euch beide. Wann seid ihr denn da? 

Meine Frau kommt schon ein wenig früher, denn sie tritt ihre Stelle zum 1. Mai an. Und ich komme zum 1. Juli, denn nach fast 20 Jahren in der Gemeinde braucht man ja auch ein wenig Zeit, um sich zu verabschieden und die Dinge gut zu übergeben. Ich merke gerade, dass es gar nicht so einfach ist, sich aus allen Bezügen zu lösen - das ist schon auch emotionale Arbeit. Aber es zeigt ja auch, dass vieles hier in Osnarbrück wirklich gut war. Und es ist schön zu sehen, dass ich zwar in einer wegen Corona schwierigen Zeit hier gehe, aber eben auch in einem sehr guten Miteinander. Die Menschen hier waren schon überrascht, dass wir gehen, aber sie haben neben ihrem Bedauern auch ganz viel Verständnis ausgedrückt. Und sogar Mitfreude für uns und für das, was vor uns liegt. Zu mir gehören übrigens auch noch drei erwachsene Kinder aus meiner ersten Ehe. Die drei bringen wir aber im Gegensatz zu unserem Hund und unserer Katze nicht mit nach Nordhorn. 

Erzähl doch mal, bei welchen Dingen in der Kirchengemeinde dir besonders das Herz aufgeht. 

Ich bin einfach gerne im Kontakt mit Menschen. Seelsorgerliche Arbeit zum Beispiel im Rahmen von Taufen, Trauungen und Beerdigungen mache ich sehr gerne. Da merke ich: Da haben wir zum einen als Kirche etwas Wichtiges zu bieten und da bringe ich zum anderen etwas mit, was den Menschen hilft. Auch ganz individuell zu schauen: Was ist für die Menschen dran – wie bereiten wir zum Beispiel eine Trauung gemeinsam vor. Große Taufgottesdienste oder Tauffeste finde ich klasse. Und besonders, wenn die Leute dann auch selbst die Dinge mitgestalten – das finde ich ganz wunderbar! Wenn es gelingt, dass ich anderen Räume eröffnen und ermöglichen kann, das macht mich glücklich. Ich finde aber auch befriedigend, einfach mal Dinge am Schreibtisch abzuarbeiten. Ein großer Teil unseres Berufes ist ja einfach auch, Dinge zu erledigen – und wenn wir das ergebnisortientiert, konstruktiv und auf Augenhöhe hinbekommen, dann ist das sehr gut. Und wenn ich dann noch Zeit finde, selbst auch kreativ zu sein, das ist schön. Leider kommt das aber oft zu kurz. 

Wir können ja einfach mal annehmen, es würde uns gelingen, unsere Arbeit hier im Team so hervorragend zu organisieren, dass dir neben 80% Pflichtaufgaben auch noch 20% Freiraum für Kreatives bleibt - wie würdest du das nutzen? 

Ich feiere einfach gerne Gottesdienste. Ich bereite gerne auch besondere Gottesdienste vor. 

Nee, nee, so war das nicht gemeint - das ist ja in den 80% schon mit drin!

(lacht) Achso, okay. Dann würde ich gerne Feste veranstalten. Mit Musik, mit Essen und Trinken. Wo Leute sich begegnen. Gerne auch kulturelle Dinge, die hier möglich sind – Konzerte zum Beispiel. Wir haben in Osnabrück auch gelegentlich Kabarett, Gala-Essen in der Kirche oder Barbecues im Sommer veranstaltet. Solche Dinge machen mir Spaß – besonders niederschwellige Dinge, bei denen man miteinander in Kontakt kommt. 

Das klingt super. Da bin ich auf jeden Fall überall mit dabei! Aber eine wichtige Frage noch: Dein Vorgänger war Anhänger von Borussia Mönchengladbach. Bist du dem VfL Osnabrück zugeneigt? 

Tatsächlich gar nicht so. Aus meiner Zeit im Studium hab ich eher eine Verbindung zu St. Pauli. Die spielten damals erste Liga und ich hab im Schanzenviertel gewohnt und die ganze Szene dort auch kulturell sehr gemocht. Ich selbst bin allerdings eher im Tischtennis aktiv. Da bin ich auch ziemlich ehrgeizig und versuche, meinen TTR-Wert zu halten. 

Das sagt mir zwar nichts, aber es klingt so, als sollte sich nach jahrelangen Tischtennis-Niederlagen gegen Thomas Kersten bei Konfi-Freizeiten an der Stelle dann überhaupt nichts für mich ändern ...

Und ich hab mir kürzlich ein Mountain-Bike gekauft. Da werde ich mal schauen, ob es hier in der Grafschaft auch Strecken gibt. Und Kanu fahre ich zum Beispiel gerne auch mit Jugendlichen. 

Gibt es denn etwas, was wir als Gemeinde für dich tun können, um dir den Start hier gut gelingen zu lassen? 

Erstmal freue ich mich einfach über offene Türen und offene Herzen. Über eine Offenheit, mich einfach kennenlernen zu wollen ohne vorgefertigte Bilder zu haben. Wir sind einfach gespannt, wie wir hier beruflich, aber auch privat Fuss fassen werden. Ich freu mich sehr darauf, Menschen kennenzulernen und zu treffen, um dann irgendwann sagen können: Wir gehören jetzt hierher nach Nordhorn. 

Das wünschen wir Euch wirklich von Herzen und wir wollen da sehr gerne zu beitragen. Sehr schön, dass du unser Team und ihr beide unsere Stadt von nun an bereichert!