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Gedenkplakette an der Christuskirche enthüllt

Gedenkplakette an der Christuskirche enthüllt
Veröffentlicht am Mi., 13. Okt. 2021 21:43 Uhr
Gemeindeleben

Lange war dieser Tag geplant worden und am 12. September konnte er nun endlich stattfinden: Ein Gottesdienst, in dem insbesondere die Fenster der Christuskirche einmal ganz in den Blick genommen werden konnten. Anlass war die Enthüllung einer Gedenkplakette zu Ehren des Künstlers eben dieser Fester, Hans Ohlms. Sein Sohn Reinhart hatte nicht nur die Idee zu einer solchen angemessenen Erinnerung an den Grafschafter Künstler, sondern setzte diese auch selbst um und lud die Kirchengemeinde zu einem anschließenden Empfang ein. 

Im Gottesdienst, der mit fast 100 Teilnehmenden bei schönstem Wetter „open air“ auf dem Kirchplatz stattfinden konnte, nahm Pastor Simon de Vries in seiner Predigt die Thematik der Mosaike auf: Manches, was im Leben zerbrochen sei, könne später erst seine volle Schönheit erlangen. Die Kirche sei eigentlich auch eine Gemeinschaft von Menschen, die Verletzungen im Leben erlitten hätten. Der Gottesdienst, in dem auch drei Kinder getauft wurden, wurde musikalisch vom Gitarristen Samuel Klemke (Weimar) gestaltet, der im Rahmen des Nordhorner Gitarrenfestivals in der Stadt weilte. 

Nur von außen sind im Übrigen alle 31 Glasfenster auf einen Blick zu sehen, auch wenn sie ihre voll Schönheit erst dann entfalten, wenn man sie von innerhalb der Kirche (am besten bei Sonnenschein) betrachtet. 

Wilfried Delißen, ehemaliger Leiter der Volkshochschule Nordhorn, verwies in seinem Grußwort im Anschluss an den Gottesdienst darauf, dass es bis heute keinen Ort gibt, an dem der Nachlass des Künstlers, der von 1937 bis zu seinem Tod 1988 in Nordhorn lebte, einen Platz bekommen hat und der Öffentlichkeit zugänglich ist. Die bis heute fehlende Anerkennung sei deutlich zu kritisieren. 

Reinhart Ohlms erzählte in seiner Rede davon, dass sein Vater schon im Alter von vier Jahren gewusst habe, dass er Künstler werden wolle. Bildreich schilderte er dann die Herstellung der Buntglas-Fenster, bei deren Herstellung und Einsetzen er selbst als 20-jähriger beteiligt war. Dicke Glasplatten aus Gablonz wurden dazu auf einem Amboss zerschlagen, bevor sie anschließend in einem 40x40 cm umfassenden Holzrahmen nach den künstlerischen Vorstellungen von Hans Ohlms kombiniert wurden. Die Zwischenräume hatte dann Sohn Reinhart mit flüssigem Zementmörtel auszufüllen. Er freute sich an diesem Tag besonders über den auch nach fast 60 Jahren guten Zustand der Fenster. 

Auch andere Kunstwerke in kirchlichen Räumen sind im Übrigen von Hans Ohlms gestaltet worden, allen voran das mehr als 40 Quadratmeter große Wandmosaik der Kapelle des Nordhorner Südfriedhofs und der Altarraum der katholischen Schwesterliche St. Marien. Wandmosaike und Fenster der Thomaskirche Hoogstede, das Wandbild im evangelisch-reformierten Gemeindehaus in Gildehaus oder Bleiglasfenster in der Meppener Gustav-Adolf-Kirche und in der Nikolaikirche Papenburg stammen ebenfalls von ihm.